By rgrasnick | Published | Keine Kommentare
Sehr geehrte Frau Krauß,
vielen Dank für Ihre Fragen. Wir bitten um Entschuldigung, dass die Beantwortung etwas dauerte, da wir ja aktuell ohne Fraktionsstatus als zweiköpfige Gruppe in der BVV sitzen und zuletzt sehr viel terminlich anlag.
1. Aus Sicht der FDP-Gruppe in der BVV Treptow-Köpenick bedeutet eine maßvolle Entwicklung in Bezug auf die ehemalige Kaserne Hessenwinkel, dass sich das geplante Bauvorhaben in das bestehende Umfeld einfügen muss. Es darf kein Fremdkörper entstehen, der das gewachsene Siedlungsgebiet empfindlich stört. Daher sollte die Bauhöhe 4-5 Stockwerke nicht überschritten werden. Gebaut werden darf nur so viel, wie die dazugehörige soziale, technische und verkehrliche Infrastruktur hergibt. Ggf. muss sie bis zum Zeitpunkt der Fertigstellung des Wohnungsbaus ausreichend angepasst werden.
2. Es muss bei allem Verständnis, dass sich der Wohnungsbau rechnen muss und zugleich auch bezahlbare Mieten haben soll, geprüft werden, ob die geplanten 440 Wohnungen (was mehr als 1.300 neue Menschen bedeuten dürfte) sich in die unter Punkt 1 genannten Kriterien einordnen lassen. Möglicherweise muss ggf. hier nochmals etwas reduziert werden, zumal wir für das Bauvorhaben eine geringere Bauhöhe mit 4-5 Stockwerken befürworten. Auch bei der Parkgarage sollte gesehen werden, ob sich diese in geringerer Höhe ausführen lässt, ohne Abstriche an ausreichend Parkplätzen für das Wohngebiet zu machen.
3. Ökologisch nachhaltig heißt auch für uns ein rücksichtsvoller Umgang mit natürlichen Ressourcen, damit bestehende Ökosysteme weiterhin erhalten bleiben, daher sollte sich das Bauvorhaben weitgehend in die natürliche Umgebung mit einem hohen Baumbestand einfügen und diese nicht entscheidend belasten. Bestandsgebäude sollten zur Ressourcenschonung soweit wie möglich integriert werden. Es ist eine möglichst umweltfreundliche Lösung anzustreben.
4. Wir verstehen darunter, dass zur Einfügung in die natürliche Umgebung auch innerhalb des Wohngebiets ausreichend Freiräume zwischen den Häusern geschaffen werden sollen, die dann dauerhaften Bestand haben. Es soll keine allzu kompakte Bebauung der Fläche als Ziel verfolgt werden. Damit sind in unseren Augen spätere Nachverdichtungen durch zusätzliche Wohnbauten ausgeschlossen. Im Rahmen des offenen Charakters sollte auf ausreichend Abstandsflächen zwischen Gebäuden geachtet werden und diese selber sollten nicht zu hoch ausfallen (maximal 4-5 Stockwerke). Die Gebäude sollten möglichst den Baumbestand überragen.
5. Wir als FDP-Gruppe erachten es als sehr sinnvoll die Sanierung und den Umbau von Bestandsgebäuden für den Wohnungsbau weitgehend zu berücksichtigen. Daher messen wir dem eine große Bedeutung zu.
6. Auch die FDP in Berlin wie in Treptow-Köpenick unterstützt geförderten Wohnraum in Berlin, um den Bedarf an bezahlbaren Mieten zu decken. Wohnen sollte im Rahmen einer sozialen Durchmischung in allen Teilen der Stadt möglich sollte im Rahmen einer sozialen Durchmischung in allen Teilen der Stadt möglich sein. Wenn der Anteil an gefördertem Wohnraum bei 50 Prozent und etwas mehr liegt, muss dieses nicht eine Negativentwicklung des geplanten Quartiers mit Folgen für die Umgebung mit sich bringen. In jedem Fall macht dieses aber deutlich, dass bei den Wohnungen unbedingt die entsprechend notwendige Infrastruktur mitberücksichtigt werden muss. Die Unterbringung von 500 geflüchteten Menschen an dieser Stelle in Hessenwinkel – insbesondere wenn sie gleichzeitig erfolgen soll – halten wir jedoch zu hoch, um eine gute Integration zu verfolgen.
7. Entsprechenden Einschränkungen an Wohnqualität muss durch Nachbesserungen an der Planung begegnet werden. Mögliche Folgekosten für ein Quartiersmanagement sollten durch eine von Anfang an behutsame Entwicklung des Wohngebiets vermieden werden.
Mit freundlichen Grüßen
Joachim Schmidt
Sprecher FDP-Gruppe BVV Treptow-Köpenick